Mit ganzem Herzen den Menschen verschrieben

Kathrin Müller will Altenpflegerin werden und nimmt an einem Bundeswettbewerb teil

Wenn wir in unsere Zukunft blicken, wird uns Angst und Bange: Jeder redet vom Pflegenotstand. Davon, dass es nicht mehr genug ausgebildete Pflegekräfte geben wird, wenn wir mal alt sind. Und wenn wir ehrlich sind, können sich die meisten von uns selbst kaum vorstellen, diesen Beruf auszuüben. Alte Menschen waschen, windeln und sterben sehen: Das gehört zum Alltag, genauso wie Schichtdienst und ein mageres Gehalt. Und dennoch: Es gibt sie, die Pflegekräfte, die mit Herzblut dabei sind. So wie Kathrin Müller von der IPS Intensivpflege Sachsen, einem ambulanten Pflegedienst, der auch in Pulsnitz ältere Menschen betreut. „Ich bin für diesen Beruf geboren“, sagt sie. Die 30-Jährige absolviert gerade das zweite Lehrjahr und wurde jetzt als Einzige von der Schule für Gesundheits- und Sozialberufe Großröhrsdorf (IGS) zum Bundeswettbewerb „Bester Schüler in der Alten- und Krankenpflege“ entsendet. Kein Wunder: Schließlich glänzten auf ihrem jüngsten Zwischenzeugnis nur Einsen. Es war das erste Mal überhaupt, dass die IGS am Wettbewerb teilnahm. „Aber wir sollten auch in der Zukunft immer dabei sein“, meint Kathrin Müller und ergänzt: „So sieht die Schule, wo sie gut aufgestellt ist, oder welches Thema sie noch intensiver behandeln muss.“

Einen einstündigen Wissenstest absolvierten die Teilnehmer des Regionalausscheides aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin und Brandenburg in Dresden. „Manche Sachen habe ich noch nie gehört“, sagt die 30-Jährige. Aber sie wäre nicht sie, wenn sie nicht sofort nach der schriftlichen Arbeit die Wissenslücke geschlossen hätte. In anderen Themen war Kathrin Müller sattelfest. Zum Beispiel beim neuen Programm SIS. Kein Wunder: Schließlich zählt ihr Arbeitgeber IPS Intensivpflege Sachen deutschlandweit zu den ersten Pflegediensten, das das neue Dokumentationssystem in der Praxis eingeführt hat. Mit deren Hilfe sollen die Pflegekräfte weniger über den Akten sitzen und sich stattdessen mehr um ihre Patienten kümmern können. Wenn ihre Patienten zufrieden sind, geht es auch Kathrin Müller gut. „Ich arbeite gern mit Menschen zusammen und möchte ihnen helfen“, betont sie. Dafür hat sie nach Ausbildungen zur Physiotherapeutin und zur Medizinischen Bademeisterin und Masseurin noch einmal umgesattelt. Weitere zwei Jahre drückt sie nun die Schulbank, um dann ausgebildete Altenpflegerin zu sein. Die IPS Sachsen hat sie sich als Arbeitgeber ausgesucht, weil dieser Pflegedienst ein Spezialist auch für schwer kranke und beatmete Patienten ist. „Hier lerne ich sehr viel. Ich lerne aber auch meine Grenzen kennen.“ Zum Beispiel wenn klar ist, dass ein Patient stirbt - und keiner etwas dagegen tun kann. „Sterbebegleitung“ ist ein Thema, das Kathrin Müller besonders am Herzen liegt: „Die Menschen sollen zufrieden gehen.“

Die genauen Ergebnisse vom Regionalausscheid hat die 30-Jährige noch nicht gesehen. Sie weiß nur, dass sie Sachsen nicht beim Bundesfinale vertreten darf. „Ein bisschen traurig war ich schon“, erzählt sie. Aber ihrer Motivation tut das keinen Abbruch. Mit Feuereifer absolviert sie weiterhin die Ausbildung zur Altenpflegerin. „Es ist mein Traumberuf“, sagt Kathrin Müller und sorgt dafür, dass die Zukunft in der Pflegebranche ein bisschen heller aussieht.

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